E-Bike Kabel konfektionieren
HIGO-Kabel lassen sich mit einfachem Werkzeug und etwas Erfahrung selbst konfektionieren. Diese Seite erklärt wann Eigenkonfektionierung sinnvoll ist, welches Werkzeug benötigt wird und zeigt ein konkretes Beispiel Schritt für Schritt.
Wann ist Eigenkonfektionierung sinnvoll?
Nicht jede Situation erfordert eine Sonderanfertigung. In diesen drei Fällen lohnt sich die Eigenkonfektionierung.
Rahmentausch
Nach einem Rahmentausch passen bestehende Kabellängen oft nicht mehr. Eine Verlängerung mit passendem HIGO-Steckverbinder ist die sauberste Lösung.
Defekter Steckverbinder
Ein beschädigter oder gebrochener Steckverbinder muss nicht bedeuten, dass das gesamte Kabel ersetzt wird. Oft reicht der Austausch des Steckverbinders allein.
Individuelle Kabellänge
Standardlängen passen nicht immer. Für besondere Einbausituationen – z.B. bei Lastenrädern oder Umbauten – ist eine maßgefertigte Länge die bessere Wahl.
Werkzeug & Material
Für die Lötmethode werden folgende Werkzeuge und Materialien benötigt.
Lötkolben & Lötzinn
Temperaturgeregelt, idealerweise 350–380°C. Für die feinen Litzen von E-Bike-Kabeln empfiehlt sich eine feine Lötspitze.
Abisolierwerkzeug
Zum sauberen Abisolieren der Litzen ohne Beschädigung der feinen Kupferdrähte. Einstellbare Abisolierzange empfohlen.
Schrumpfschlauch
Für die Isolierung der Lötstellen. Schrumpfschlauch schützt vor Kurzschluss, Feuchtigkeit und mechanischer Belastung.
Schrumpfschlauch im Shop →Vergussmasse (optional)
Für erhöhten Schutz gegen Feuchtigkeit und Vibration. Besonders empfohlen für Außenanwendungen und Batterieanschlüsse.
Vergussmasse im Shop →Seitenschneider & Messer
Zum sauberen Kürzen des Kabels auf die gewünschte Länge. Ein gerader, sauberer Schnitt erleichtert das anschließende Abisolieren.
Heißluftpistole
Zum Schrumpfen des Schrumpfschlauchs. Alternativ kann ein Feuerzeug verwendet werden – dabei jedoch Abstand halten um den Schlauch nicht zu verbrennen.
Vorgehen beim Löten
Die Lötmethode ist die gängigste Methode für HIGO-Verlängerungskabel. Sie erfordert etwas Übung, ist aber mit einfachem Werkzeug durchführbar.
Kabel auf Länge schneiden
Beide Kabelenden auf die gewünschte Verlängerungslänge zuschneiden. Dabei etwas Spielraum einplanen – ca. 20–30 mm extra für die Verbindungsstelle.
Schrumpfschlauch aufziehen
Vor dem Löten den Schrumpfschlauch auf ein Kabelende aufziehen und zur Seite schieben. Dieser Schritt wird häufig vergessen – danach lässt er sich nicht mehr aufziehen.
Enden abisolieren & verzinnen
Kabelenden ca. 8–10 mm abisolieren. Litzen leicht verdrillen und mit Lötzinn benetzen (verzinnen). Das erleichtert das spätere Verlöten erheblich.
Litzen verlöten
Passende Litzen zusammenführen und verlöten. Jede Ader einzeln löten, nie gleichzeitig mehrere. Kurz abkühlen lassen bevor die nächste Ader gelötet wird.
Schrumpfschlauch positionieren & schrumpfen
Schrumpfschlauch über die Lötstelle schieben, sodass er diese vollständig überdeckt. Mit Heißluftpistole oder Feuerzeug gleichmäßig schrumpfen.
Funktion prüfen
Vor dem Einbau die Verbindung mit einem Multimeter auf Durchgang prüfen. Dabei auch auf Kurzschlüsse zwischen den einzelnen Adern testen.
Beispiel: Batteriekabel verlängern nach Rahmentausch
Ein E-Bike erhält einen neuen Rahmen. Das bestehende HIGO Mini-B 3-polige Batteriekabel ist 80 mm zu kurz. Ziel: Verlängerung um 150 mm mit Lötverbindung.
HIGO Mini-B 3-polig · Verlängerung 150 mm
HIGO Mini-B Verlängerungskabel sind als fertig konfektionierte Variante direkt bestellbar – in Standard, Sondertyp 1 und Sondertyp 2. Mini-B Verlängerungskabel im Shop →
Häufige Fehler & wie man sie vermeidet
Falsche Polzahl oder Serie
Mini-B und Mini-C sehen ähnlich aus, sind aber nicht kompatibel. Immer zuerst Serie und Polzahl des vorhandenen Steckverbinders bestimmen, dann erst bestellen.
Schrumpfschlauch vergessen
Der häufigste Anfängerfehler – nach dem Löten lässt sich der Schrumpfschlauch nicht mehr aufziehen. Immer vor dem Löten aufziehen und zur Seite schieben.
Kaltstellen
Matte, krümelige Lötstellen haben keinen zuverlässigen elektrischen Kontakt. Ursache: zu niedrige Temperatur oder Bewegung während des Abkühlens. Lötstelle erneut erhitzen.
Falsche Farbzuordnung
Werden Adern vertauscht, kann das den Controller oder die Batterie beschädigen. Immer die Farbcodierung dokumentieren und vor dem Löten doppelt prüfen.
Keine Funktionsprüfung
Ein Kurzschluss oder Unterbrechung der Verbindung wird erst beim Einbau sichtbar – zu spät. Immer mit Multimeter auf Durchgang und Kurzschlussfreiheit prüfen.
Zu kurz abisoliert
Weniger als 6 mm abisolierte Litze macht das Verlöten schwierig und erhöht das Risiko einer schlechten Verbindung. Mindestens 8–10 mm abisolieren.
Wann lohnt sich eine Sonderanfertigung?
Nicht jede Situation ist für die Eigenkonfektionierung geeignet. In diesen Fällen empfehlen wir eine fertig konfektionierte Sonderanfertigung:
Sehr langen Kabeln über 1.000 mm · Mehrpoligen Verbindungen ab 6 Adern · Kabeln mit Vergussmasse-Füllung ab Werk · Serienproduktion mehrerer identischer Kabel · Unsicherheit bei Steckverbinder-Typ oder Belegung.
Für Sonderanfertigungen einfach anfragen: Produktanfrage →
Alle Verlängerungskabel-Typen im Überblick – Standard, Sondertyp 1 und Sondertyp 2.
FAQ – Kabel konfektionieren
Ja – HIGO-Kabel lassen sich mit einfachem Werkzeug (Lötkolben, Abisolierzange, Schrumpfschlauch) selbst konfektionieren. Die Lötmethode ist die gängigste Methode und mit etwas Übung auch für Einsteiger durchführbar.
Für die Lötmethode benötigt man: einen temperaturgeregelten Lötkolben (350–380°C), Abisolierzange, Schrumpfschlauch, Seitenschneider und eine Heißluftpistole. Optional empfohlen: Vergussmasse für zusätzlichen Feuchtigkeitsschutz.
Eine fertig konfektionierte Sonderanfertigung empfiehlt sich bei sehr langen Kabeln über 1.000 mm, mehrpoligen Verbindungen ab 6 Adern, Kabeln mit Vergussmasse-Füllung, Serienproduktion mehrerer identischer Kabel oder wenn Unsicherheit über Steckverbinder-Typ oder Belegung besteht.
Die häufigsten Fehler sind: Schrumpfschlauch vergessen (immer vor dem Löten aufziehen), falsche Farbzuordnung der Litzen (dokumentieren und doppelt prüfen), Kaltstellen durch zu niedrige Temperatur, und fehlende Funktionsprüfung mit Multimeter nach dem Löten.
Ja – unbedingt. Vor dem Einbau sollte jede Verbindung mit einem Multimeter auf Durchgang und Kurzschlussfreiheit geprüft werden. Ein unentdeckter Kurzschluss kann den Controller oder die Batterie beschädigen.